Robert Stebbins über Freizeitkarrieren
Newsmeldung vom 28.01.2009, Kategorie: Buch
Über Jahrzehnte hinweg ist der Trend deutlich erkennbar, dass unsere Arbeitszeit immer kürzer wird, unsere Freizeit dagegen zunimmt. Was machen wir in dieser freien Zeit? Robert A. Stebbins, Soziologie-Professor an der Universität Calgary, unterscheidet drei Kategorien von Freizeitbeschäftigung: Ernsthafte, zwanglose und projektbezogene.
Ernsthafte Freizeitbeschäftigung, die den Autor am meisten interessiert, definiert er als Aktivität während der Freizeit, denen sich eine Person mit einer Intensität widmet, die dem Arbeitsleben ähnelt oder dieses sogar überflügelt. Bei solchen Tätigkeiten investiert man Zeit und Aufmerksamkeit, muss man ständig am Ball bleiben, arbeitet sich ein und arbeitet sich hoch, vergleichbar mit dem Erklimmen der Karriereleiter im Berufsleben. Oft existiert sogar eine Art Freizeitethos. Häufig ist ein solches Engagement mit sozialer Anerkennung verbunden.
Zwanglose Freizeitbeschäftigung verlangt weniger Training, muss nicht systematisch angegangen werden und kennt keine Entwicklungsstufen. Sie kann praktisch jederzeit wieder abgebrochen werden, ohne dass es zu motivationalen Defitizen kommt. Beispiele sind Spiele, passive Unterhaltung, soziale Konversationen und normal ausgeübter Sport.
Projektbasierte Freizeitaktivitäten zielen auf ein bestimmtes Ergebnis. Ist dieses erzielt, muss man sich anderen Dingen widmen. Oft handelt es sich um soziale Projekte, insbesondere mit kommunalem Schwerpunkt.
Das knapp 160-seitige Buch ist bei Transaction Publishers, New Brunswick erschienen.
(Victor Tiberius)