Forderung nach mehr Mitteln für die Geistes- und Sozialwissenschaften

Mehr als 60 europäische Universitäten, wissenschaftliche Einrichtungen und Vereinigungen verlangen eine bessere Integration und Stärkung der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung im neuen EU-Forschungsrahmenprogramm. Gemeinsam mit 500 Einzelwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern unterstützen sie ein Positionspapier von zehn in diesen Fächern führenden Universitäten. Darunter ist auch die Freie Universität Berlin.

In dem Aufruf wird betont, wie wichtig die Geistes- und Sozialwissenschaften für die Lösung gesellschaftlicher und politischer Probleme seien. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fordern vor allem, dass Forschung in dieser Fächergruppe gesellschaftlich stärker anerkannt wird und mehr Geld bekommt. Sie schlagen einen Anteil von zehn Prozent des Gesamtbudgets des neuen Forschungsrahmenprogramms vor.

Außerdem forderten sie eine Plattform für die Geistes- und Sozialwissenschaften für eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit. Ziel müsse es dabei auch sein, dem Eindruck entgegenzuwirken, dass nur naturwissenschaftliche Disziplinen zum Wohlstand in Europa beitragen könnten, der allen europäischen Bürgerinnen und Bürgern zugutekomme. Die Prioritäten des neuen Forschungsrahmenprogramms dürften daher nicht nur auf technischem Fortschritt mit volkswirtschaftlichem Nutzen liegen, wie es bei dem derzeit laufenden Programm größtenteils der Fall sei.

Zum Positionspapier.

Große Koalition will elf Milliarden Euro in Bildung und Forschung investieren

Union und SPD planen, ein Forschungs- und Bildungspaket in Höhe von elf Milliarden Euro zu schnüren. Davon sind eine Milliarde Euro für die Verbesserung von BAföG-Leistungen vorgesehen. 600 Millionen Euro sollen bis zum Jahr 2021 in den auf Dauer gestellten Hochschulpakt fließen. Der Qualitätspakt Lehre soll ebenfalls verstetigt und die Förderung der Fachhochschulen ausgebaut werden. Eine nationale Open-Access-Strategie und eine Verbesserung der Medizinerausbildung werden angekündigt. Außerdem sollen Mehrausgaben des Bundes von zwei Milliarden Euro dazu beitragen, dass bis zum Jahr 2025 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung für Forschung und Entwicklung aufgewandt werden.

Die Programmpauschalen für forschungsstarke Hochschulen, die den Antragstellern über die direkten Projektkosten hinaus für Overhead-Bedarf zur Verfügung gestellt werden, sollen nicht nur fortgeführt, sondern mittelfristig von derzeit 22 auf künftig 30 Prozent angehoben werden.

Das Kooperationsverbot in der Bildungspolitik wollen Union und SPD durch eine Grundgesetzänderung aufheben. Gestrichen werden soll die Einschränkung, dass der Bund Geld nur an finanzschwache Kommunen geben darf. Dadurch soll eine direkte finanzielle Unterstützung bei der Digitalisierung der Schulen und beim Ausbau der Ganztagsschulen emöglicht werden.

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wertete die Koalitionsvereinbarung als „eine spürbar verbesserte, starke Basis für notwendige Fortschritte in der Hochschulpolitik“, identifizierte aber auch Schwachpunkte. So dürfe eine geplante Verstetigung des Qualitätspakts Lehre nicht bedeuten, dass weniger Bundesgeld für die Verstetigung des Hochschulpaktes zur Verfügung stehe oder neue aufwändige Förderstrukturen aufgesetzt würden.

Zur Reaktion der HRK.

Quelle: DHV-Newsletter 2/2018 (Deuzscher Hochschulverband).