Dietrich von der Oelsnitz/Victor Tiberius (2007): Zur Dynamisierung interorganisationaler Lernstrategien – Pfade zwischen Kooperation und Wettbewerb

Zusammenfassung

Wettbewerbsaspekte spielen im Rahmen interorganisationaler Kooperationen in dreierlei Hinsicht eine Rolle: Zunächst besteht die Absicht, mit Hilfe unternehmerischer Bündnisse die Wettbewerbsfähigkeit auf den eigenen Absatzmärkten zu verbessern. Daneben gewinnt zunehmend der Wettbewerb zwischen Netzwerken an Bedeutung. Und schließlich wirken – latent oder offen – auch innerhalb von Allianzen und Netzwerken kompetitive Kräfte. In diesem Beitrag steht der letztgenannte Aspekt im Vordergrund. In Zeiten, in denen idiosynkratische Wissensvorteile als entscheidender Erfolgsfaktor gelten, liegt hier der Bezug zum interorganisationalen Lernen nahe. Der Beitrag geht vor diesem Hintergrund der Frage nach, welche Rolle Kooperation und Konkurrenz beim Lernen in (und von) Unternehmensbündnissen spielen. Dabei wird ausdrücklich eine dynamische Perspektive verfolgt, die die Option des Wechsels der Lernstrategie einbezieht. Zur Analyse entsprechender Entscheidungen wird ein Modell entwickelt, das sowohl die intentionale als auch die emergente Komponente dieses Prozesses einbezieht. Mit dem Beitrag soll die traditionelle Kooperationsforschung sowohl hinsichtlich der Prozessdimension kollaborativen Handelns als auch bezüglich der engeren Zusammenschau von individueller und kollektiver Netzwerkdimension ergänzt werden.

Abstract

Competition plays an important part in interorganizational networks in three respects: First, a firm wants to improve its competitveness on its relevant markets by entering a network. Furthermore the competition between networks is becoming empirically more and more important. Finally, competition takes place within networks. In this paper we focus on the latter. When competitve advantages can be achived with idiosyncratic knowledge, the reference to interorganizational learning is obvious. Therefore, our paper askes which role cooperation and competition play for learning in (and by) networks. We explicitly take a dynamic perspective, considering the option to change the learning strategy. Thus we develop a model to analyse how the decisions for strategy chance take place, including both the intentional and emergent aspects of this process. Our paper replenishes the traditional network research with a dynamic view as well as with the integration of firm- and network-specific dimension.

Inhaltsverzeichnis

1. Defizite der Interorganisationsforschung
2. Motive und Besonderheiten von Lernnetzwerken
3. Eine Typologie interorganisationaler Lernstrategien
3.1 Zur Intentionalität von Lernstrategien
3.2 Operationalisierung der Lernstrategien
3.3 Lernstrategie 1: Unilaterales Lernen
3.4 Lernstrategie 2: Äquilaterales Lernen
3.5 Lernstrategie 3: Relationales Lernen
4. Modellierung des dynamischen Lernstrategiefits
4.1 Intentionalität: Die rationale Strategiewahl
4.2 Emergenz: Die unvorhersehbare Strategiewahl
4.3 Kontext: Einflussfaktoren der Strategiewahl
5. Richtungen des Lernstrategiewechsels
5.1 Adduktiver Lernstrategiewechsel
5.2 Abduktiver Lernstrategiewechsel
6.  Resüme

Nachweis

Dietrich von der Oelsnitz/Victor Tiberius (2007): Zur Dynamisierung interorganisationaler Lernstrategien – Pfade zwischen Kooperation und Wettbewerb, in: Managementforschung, Nr. 17, Wiesbaden, S. 121 – 159.

Über die Managementforschung

Das zweite Jourqual, eine großzahlige Umfrage unter den Mitgliedern des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft, ist erschienen. In ihm wählten die BWL-Professoren die „Managementforschung“ zur besten deutschen Zeitschrift im Bereich Management und weiterhin zur viertbesten deutschen Zeitschrift in BWL überhaupt. Die Managementforschung landete damit sogar vor der ZfB, der zfbf und der DBW.

Die Herausgeber der Managementforschung sind Prof. Dr. Peter Conrad (Uni der Bundeswehr Hamburg), Prof. Dr. Georg Schreyögg und Prof. Dr. Jörg Sydow (beide FU Berlin). Zwei von ihnen geben in der Regel die einzelnen Bände heraus und werden dabei von einem renommierten Beirat, den Gutachtern, unterstützt.

www.managementforschung.com

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