Neue Publikation: Seasteads

 

Der eine Verlag war recht langsam, der andere sehr schnell. Daher erschien nun kurz nach meinem in Co-Herausgeberschaft mit Christoph Rasche erschienenen Fintech-Buch ein weiteres Buch zum Thema Seasteads. Das Thema ist hierzulande nicht sonderlich bekannt. Es handelt sich um das Vorhaben, künstliche Inseln zu schaffen, auf denen ein Leben und Arbeiten nach völlig neuen Regeln (oder möglicherweise gar keinen?) möglich sein soll.

Prinzipiell alle gesellschaftlichen Normen und Strukturen nehmen wir als gegeben hin. Sei es die Vorstellung vom prinzipiell öffentlich-rechtlichen Charakter der Ehe, die Tatsache, dass es in einem Land nur eine Währung und eine Notenbank geben darf (ein Monopol, das sonst verteufelt wird), die Messung unseres Wohlstands in Form des BIP zu erfolgen hat oder oder oder. All dies sind aber nur soziale Konstruktionen, die sich über die Zeit eingebürgert und verfestigt haben, die aber Vor- und Nachteile aufweisen und nicht zwangsläufig in Stein gemeißelt sind.

Auf Seasteads wäre es möglich, alternative Gesellschaftsentwürfe zu realisieren und mit ihnen zu experimentieren. Für jemanden wie mich, der sich seit Jahren mit alternativen Zukünften beschäftigt, ist dies ein äußerst attraktives Thema, da Alternativszenarios den Sprung vom Gedankenexperiment zur Realität machen können.

An unseren aktuellen Systemen gibt es nicht wenig zu kritisieren. Exorbitante Staatsverschuldungen, eine immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, Umweltverschmutzung, … die Liste ist lang. Seasteads wären Orte, wo wir versuchen können, neue Lösungen zu finden. Nicht jede Lösung wird funktionieren. Aber wir können so Erfahrungen sammeln. Die Flucht auf das Meer (andere wollen auf den Mars flüchten) betrachten Seastead-Initiatoren als sinnvolle Strategie, da die Pfadabhängigkeiten in bestehenden Nationalstaaten als zu groß betrachtet werden. Alternative Ansätze sind Charter Cities, Free Private Cities und Freihandelszonen (wie es sie beispielsweise in den VAE zahlreich gibt).

Im vorliegenden Buch sind die Autoren mit mir der Frage nachgegangen, was die (nicht-technischen) Voraussetzungen für das Gelingen von Seasteads sind. Alternative Ausgestaltungsmöglichkeiten sozialer Konstrukte werden diskutiert.

Mehr über die Themen und Autoren hier: Seasteads-Buch.

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