OECD: Zur Steuerbelastung in Deutschland

Die OECD hat eine neue Studie zur Steuer- und Abgabenbelastung der beteiligten Länder vorgestellt. Daraus ergibt sich, dass die Belastung der OECD-Bürger im Jahr 2008 durchschnittlich etwas zurückgegangen ist, insbesondere in Polen und in der Türkei. In 15 OECD-Ländern kam es zu einer Senkung, in 13 zu einer Erhöhung der Abgaben.

Die OECD-Studie arbeitet mit dem „Taxing Wages“-Konzept. Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen den Arbeitskosten des Arbeitgebers und dem Nettoverdienst des Arbeitnehmers, und zwar einschließlich aller Geldvorteile durch staatliche Wohlfahrtsprogramme. Die Gesamtkosten der Beschäftigung sind ein Schlüsselfaktor bei der strategischen Personalbeschaffungspolitik der Unternehmen und somit ein wesentlicher Faktor, der die Arbeitslosenquote beeinflusst.

Singles ohne Kinder mit Durchschnittsverdiensten in den Bereichen Dienstleistungen und Produktion werden am stärksten in Belgien (56%), in Ungarn (54,1%) und in Deutschland (52%) belastet. Die geringsten Belastungen gibt es in Mexiko (15,1%), in Korea (20,3%) und in Neuseeland (21,2%).

Verheiratete Paare werden steuerlich privilegiert. Der Höchstsatz liegt für Ehepartner mit zwei Kindern in Ungarn bei 43,9%, der niedrigste Satz in Neuseeland mit 3,5%.

Für das Jahr 2009 wagt die OECD keine Prognosen. Aufgrund der fiskalischen Stimuli, die die meisten Staaten finanziert haben, ist jedoch mittelfristig mit erhöhten Belastungen zu rechnen.

Nähere Informationen unter: www.oecd.org/ctp/taxingwages.