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Die Schaltbrettunternehmung. Chancen und Risiken

Definition: Was ist eine Schaltbrettunternehmung?

„Eine Schaltbrettunternehmung ist eine fokale Unternehmung in einem strategischen Unternehmensnetzwerk (Wertschöpfungsnetzwerk), die nahezu alle primären wie sekundären Wertschöpfungsaktivitäten bis auf die marktorientierte Unternehmens- bzw. Netzwerksteuerung arbeitsteilig von Subunternehmen bezieht, deren Marktleistung jedoch von den Nachfragern als von einem integrierten Unternehmen erbracht wahrgenommen wird.“

Ähnlich wie ein Dirigent mit dem Taktstock sein Orchester musikalisch leitet, ohne selbst ein Instrument zu spielen, koordiniert die Schaltbrettunternehmung die Wertschöpfung der anderen am Netzwerk beteiligten Unternehmen, ohne selbst primäre Wertschöpfung zu betreiben. So wie der Dirigent die Noten des Komponisten interpretiert, schafft die Schaltbrettunternehmung aus den Teilleistungen bestehender Subunternehmungen eine neue Marktleistung. So wie der Zuschauer im Konzertsaal von den arbeitsintensiven Proben aller Orchestermitglieder nichts erfährt, bleibt der Koordinationsaufwand der Schaltbrettunternehmung für den Kunden verborgen.

 

Inhalt

Großen Unternehmen werden heute oft Nachteile nachgesagt: Sie seien langsam und schwerfällig, ihre Bürokratie behindere den Wertschöpfungsprozess, sie seien innovationsschwach usw.   Vor diesem Hintergrund kann es sich für kleine Betriebe lohnen, Kooperationen zur Lösung solch strategischer Probleme einzugehen. In den letzten Jahrzehnten wurde in diesem Zusammenhang besonders der Virtuellen Unternehmung viel Aufmerksamkeit geschenkt, der zunächst mit übersteigerter Euphorie begegnet wurde, inzwischen jedoch äußerste Skepsis entgegengebracht wird.   Die Schaltbrettunternehmung stellt die konzeptionelle Weiterentwicklung der Virtuellen Unternehmung dar, indem sie ihre Stärken adaptiert, aber ihre Schwächen zu überwinden versucht. Sie verkörpert einen Unternehmungstyp, der zur Erstellung von Produkten oder Dienstleistungen den Grossteil der Aktivitäten arbeitsteilig von einem Netzwerk von Subunternehmungen bezieht und sich auf die Koordination und Abwicklung konzentriert. Der Nachfrager hat so den Eindruck, die Marktleistung "aus einer Hand" zu erhalten.   Das Buch nimmt zunächst eine detaillierte und differenzierte begriffliche und konzeptionelle Klärung der Schaltbrettunternehmung vor. Es werden dann Erfolgsbeiträge analysiert, die die Schaltbrettunternehmung zu grundlegenden betrieblichen, insbesondere organisationalen Problemen leisten kann.  

 

Inhaltsverzeichnis

1.         Einführung
1.1       Problemstellung
1.2       Ziele der Arbeit
1.3       Methodische Vorgehensweise und Gang der Untersuchng

2.         Begriff und Konzeption
2.1       Begriffliche Ursprünge
2.2       Merkmale
2.2.1    Erstes Merkmal: Die Schaltbrettunternehmung ist eine Unternehmung
2.2.2    Zweites Merkmal: Die Schaltbrettunternehmung bezieht die meisten Wertschöpfungsaktivitäten von außen
2.2.3    Drittes Merkmal: Die Schaltbrettunternehmung ist Bestandteil eines strategischen Unternehmensnetzwerkes
2.2.4    Viertes Merkmal: Die Schaltbrettunternehmung steuert die Aktivitäten der Subunternehmungen
2.3       Definition
2.4       Beispiele für Schaltbrettunternehmungen
2.5       Abgrenzungen
2.5.1    Abgrenzung zur Virtuellen Unternehmung
2.5.2    Abgrenzung zur Strategischen Allianz

3.         Kritik an der Schaltbrettunternehmung

4.         Probleme von Schaltbrettunternehmungen und Lösungsansätze
4.1       Kernkompetenzen bei der Schaltbrettunternehmung
4.1.1    Gefahr: Kernkompetenzverlust durch intensive Fremdvergabe
4.1.2    Gegenthese: drei Kernkompetenzquellen bei der Schaltbrettunternehmung
4.2       Steuerbarkeit der Subunternehmungen
4.2.1    Gefahr: Keine Kontrolle über Subunternehmungen mangels Beteiligungsverhältnissen
4.2.2    Gegenthese: Nutzung anderer Beeinflussungsinstrumente

5.         Erfolgsbeiträge von Schaltbrettunternehmungen
5.1       Kostensenkung
5.1.1    “economies of scale” auf der Mikroebene
5.1.2    “economies of scale” auf der Mesoebene
5.1.3    Senkung des Fremdkapitalzinsaufwandes
5.1.4    Senkung des Risikozinsaufwandes
5.1.5    Transaktionskostensenkung
5.2       Flexibilitätssteigerung
5.2.1    „cooperative slack“
5.2.2    Umwandlung von fixen in variable Kosten
5.3       Zeitverkürzung

6.         Zusammenfassung und Ausblick

 

Nachweis

Die Schaltbrettunternehmung. Chancen und Risiken, Zürich et al. 2003.

Siehe auch: www.schaltbrettunternehmung.de.

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