Die neue Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professorin Katja Becker, kritisiert, dass schon junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler „zu wenig Zeit zum Nachdenken“ haben. Die deutsche Wissenschaft sei in den vergangenen Jahren sehr leistungsorientiert geworden. „Aber wenn man vor lauter Exzellenz nicht mehr zum Nachdenken kommt und vor lauter Konkurrenz nicht mehr zur Kooperation, dann machen wir etwas falsch“, erklärte Becker im Interview mit der „Zeit“. „Forscher müssen auch mal einen halben Tag durch den Park gehen und einfach nur nachdenken können.“ Stattdessen müssten Forscherinnen und Forscher permanent Anträge stellen, Forschungsaufsätze schreiben oder sich Begutachtungen stellen.

Nach Ansicht Beckers gibt es „eine Überhitzung und Überlastung des Wissenschaftssystems“. Man müsse „Druck aus dem System nehmen, um kreative Forschung zu ermöglichen“. So könnten Laufzeiten befristeter Projekte verlängert werden und bei Sitzungen stärker über Inhalte als über Leistungsindikatoren diskutiert werden.

Quelle: DHV-Newsletter 1/2020.