FinTechs. Disruptive Geschäftsmodelle im Finanzsektor

 

Geleitwort

fintechs-buchLiebe Leserinnen und Leser,

als vor wenigen Jahren vermehrt junge Finanztechnologieunternehmen, kurz Fintechs, gegründet wurden, erging es ihnen wie vielen anderen Newcomern zuvor. Vor allem etablierte Kreditinstitute reagierten mit Skepsis auf den Anspruch der Start-ups, Banking neu zu erfinden, oder mit Ablehnung, in der Hoffnung, die Jungunternehmer würden anders als Direktbanken und Online-Giganten wie Paypal schnell wieder vom Markt verschwinden.

Weil weder das eine noch das andere eingetreten ist, haben sich die beiden Seiten mittlerweile angenähert und betonen den Wert von Kooperationen. Banken und Sparkassen profitieren von der Kreativität und Schnelligkeit der Fintechs. Die Gründer wiederum schätzen die Geldhäuser als Sparringspartner für die auf sie zukommende Regulierung sowie den Kundenstamm der Banken, der es ihnen ermöglicht, ihre Lösung schneller und günstiger an den Nutzer zu bringen.

Während die ersten Fintechs sich vor allem um den Zahlungsverkehr gekümmert haben, durchdringen die jungen Technologieunternehmen inzwischen nahezu jeden Geschäftsbereich der Finanzdienstleister. Diese Entwicklung bildet das vorliegende Werk ab, in dem sich Start-ups aus allen Banking-Disziplinen mit ihrem Angebot, ihrer Historie, ihrem Geschäftsmodell und ihrem disruptiven Potenzial vorstellen.

Lassen Sie sich inspirieren!

Wiesbaden, im Juli 2016

Stefanie Burgmaier
Herausgeberin BANKMAGAZIN

und

Stefanie Hüthig
Chefredakteurin BANKMAGAZIN

 

Vorwort

Die Finanzkrise 2008 und eine in der Folge zunehmende Regulierung des Finanzsektors sowie die Niedrig- bis Nullzinspolitik der Notenbanken machen der Finanzdienstleistungsbranche schwer zu schaffen.

Gleichzeitig treten FinTechs und InsurTechs, also technologiebasierte Start-ups im Banken- und im Versicherungsbereich, als innovative Player auf den Plan. Dies kann einerseits als zusätzlicher Angriff auf die etablierten Finanzintermediäre in einer ohnehin geschwächten Situation betrachtet werden. Andererseits können sich FinTechs anschicken, die gesamte Branche neu zu erfinden und damit einen Grundstein für eine neue Zukunft dieser Sparte zu legen.

Im vorliegenden Buch greifen wir drei momentan intensiv diskutierte Praxis- und Forschungsfelder auf – FinTech-Start-ups, Geschäftsmodelle und Disruption – und führen diese zusammen. Anhand ausgewählter Praxisbeispiele aus dem deutschsprachigen Raum gehen wir den Fragen nach, mit welchen innovativen Geschäftsmodellen FinTech-Unternehmen auf dem Markt antreten, ob diese das Potenzial haben oder überhaupt darauf angelegt sind, die traditionellen Finanzdienstleistungsteilmärkte im Schumpeter’schen Sinne „schöpferisch zu zerstören“, oder ob nicht vielmehr ein komplementärer Ansatz verfolgt wird.

Wie in nahezu allen anderen Wirtschaftsbereichen auch wollen FinTech-Start-ups Kundenbedürfnisse – hier finanzbezogene – passgenauer, intelligenter, einfacher, schneller und günstiger befriedigen, als dies in der Vergangenheit geschehen ist. Als wissensintensive Dienstleistungen haben sie hierzu ein besonderes Potenzial. Einige FinTech-Unternehmen erheben sogar einen „Demokratisierungsanspruch“ dahingehend, dass sie den Kunden mehr Mitsprache- und Partizipationsrechte als bei herkömmlichen Anbietern verschaffen. Einige wollen die Macht der Finanzkonzerne zugunsten der Kunden brechen und den Kunden einen besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen, wo traditionelle Anbieter entweder höhere Hürden aufstellen oder gänzlich ausscheiden. Zu denken ist hier exemplarisch an die Versorgung von Privatpersonen mit Peer-to-Peer-Konsumentenkrediten oder die Beschaffung von Unternehmenskapital mittels Equity Crowdfunding.

Unser herzlicher Dank geht an die Autorin und die Autoren, die ihre Geschäftsmodelle erklärt und ihre Überlegungen zum disruptiven Potenzial oder Kooperationsmöglichkeiten mit der Banken- und Versicherungsbranche zu Papier gebracht haben.

Wir bedanken uns auch sehr herzlich bei Herrn Dr. Bernd Knappmann für das wie immer sorgfältige Lektorat und Layout sowie bei Herrn Guido Notthoff von Springer Gabler für das reibungslose Handling.

Den Leserinnen und Lesern wünschen wir eine interessante Lektüre und neue Einsichten.

Potsdam und Berlin, im Juli 2016

Victor Tiberius und Christoph Rasche

[Zum Verlag]

 

Nachweis

Tiberius, V. & Rasche, C. (Hrsg.) (2017): FinTechs. Disruptive Geschäftsmodelle im Finanzsektor, Wiesbaden (Springer Gabler, Edition BANKMAGAZIN). DOI:10.1007/978-3-658-14187-5, ISBN: 978-3-658-14186-8.