Victor Tiberius/Martin Reckenfelderbäumer (2004): Die Schaltbrettunternehmung. Chancen und Risiken

Problemhintergrund

Grossen Unternehmen werden heute oft Nachteile nachgesagt: Sie seien langsam und schwerfällig, ihre Bürokratie behindere den Wertschöpfungsprozess, sie seien innovationsschwach usw.

Vor diesem Hintergrund kann es sich für kleine Betriebe lohnen, Kooperationen zur Lösung solch strategischer Probleme einzugehen. In den letzten Jahrzehnten wurde in diesem Zusammenhang besonders der Virtuellen Unternehmung viel Aufmerksamkeit geschenkt, der zunächst mit übersteigerter Euphorie begegnet wurde, inzwischen jedoch äusserste Skepsis entgegengebracht wird.

Die Schaltbrettunternehmung stellt die konzeptionelle Weiterentwicklung der Virtuellen Unternehmung dar, indem sie ihre Stärken adaptiert, aber ihre Schwächen zu überwinden versucht. Sie verkörpert einen Unternehmungstyp, der zur Erstellung von Produkten oder Dienstleistungen den Grossteil der Aktivitäten arbeitsteilig von einem Netzwerk von Subunternehmungen bezieht und sich auf die Koordination und Abwicklung konzentriert. Der Nachfrager hat so den Eindruck, die Marktleistung „aus einer Hand“ zu erhalten.

Ähnlich wie ein Dirigent mit dem Taktstock sein Orchester musikalisch leitet, ohne selbst ein Instrument zu spielen, koordiniert die Schaltbrettunternehmung die Wertschöpfung der anderen am Netzwerk beteiligten Unternehmen, ohne selbst primäre Wertschöpfung zu betreiben. So wie der Dirigent die Noten des Komponisten interpretiert, schafft die Schaltbrettunternehmung aus den Teilleistungen bestehender Subunternehmungen eine neue Marktleistung. So wie der Zuschauer im Konzertsaal von den arbeitsintensiven Proben aller Orchestermitglieder nichts erfährt, bleibt der Koordinationsaufwand der Schaltbrettunternehmung für den Kunden verborgen.

Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Definition „Schaltbrettunternehmung“ (Hollow Organization)

Wikipedia

siehe auch: www.schaltbrettunternehmung.de.

Nachweis

Victor Tiberius/Martin Reckenfelderbäumer (2004): Die Schaltbrettunternehmung. Chancen und Risiken, Zürich et al. (vdf Hochschulverlag an der ETH Zürich).

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