In seinen aktuellen „Empfehlungen zu hochschulischer Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens“ spricht sich der Wissenschaftsrat dafür aus, weiterbildende Studienangebote auszubauen. Hochschulen seien nicht nur für eine Erstausbildung zuständig. „Sie haben auch die Aufgabe, Fachkräfte nach einem ersten Abschluss wissenschaftlich weiterzubilden“, betonte Professorin Martina Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrats. Für Berufstätige sollte es daher mehr grundständige Studienangebote geben, die zur Weiterbildung genutzt werden könnten – sei es in Teilzeit, berufsbegleitend oder als Fernstudiengänge.
Hochschulische Weiterbildung muss laut dem Gremium langfristig durch ein konsistentes Modell finanziert werden, an dem sich Individuen, Arbeitgeber und der Staat gemeinsam beteiligen. In Berufen von besonderem öffentlichen Interesse sollten den Hochschulen künftig mehr gebührenfreie oder -reduzierte Studienangebote ermöglicht werden.

Außerdem schlägt der Wissenschaftsrat eine Aufstockung des Hochschulpersonals vor, um einen breiten Ausbau zeitlich und räumlich flexibler Studienformate zu gewährleisten. Die Lehre in der Weiterbildung solle als Haupt- oder Nebentätigkeit möglich sein. Bislang könne das Lehrpersonal oft nicht im Hauptamt tätig werden, obwohl es neben der Lehre auch die aufwendige Anbahnung und Entwicklung übernehmen müsse. Die Hochschulen sollten Service für Lehrende und Studierende, Beratung und Studienangebote in der Weiterbildung bündeln und Außenstehenden damit leichter zugänglich machen. Ferner sollten Arbeitgeber das Weiterbildungsangebot der Hochschulen für ihre Personalentwicklung intensiver nutzen.

Quelle: DHV-Newsletter 2/2019.