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Privat|28. Dezember 2025

Rutz

Das Rutz in Berlin-Mitte, bei dem ich schon oft begeisterter Gast war, ist mehr als ein Drei-Sterne-Restaurant: Es ist ein familiengeführtes Haus ohne Hotel- oder Konzernanbindung, entstanden 2001 als Konzept aus Weinbar, Restaurant und Weinhandel, geprägt vom frühen Einfluss des früh verstorbenen Sommeliers Lars Rutz sowie den Inhabern Anja und Carsten Schmidt.

Kulinarisch steht das Rutz heute für die Handschrift von Executive Küchenchef Marco Müller und Küchenchef Dennis Quetsch – eine Küche, die sich stark über Natur, Aromen, Säureführung, Fermentation und präzise Produktarbeit definiert. Das Menü spiegelt diese Philosophie sehr klar: Kombinationen, die über Textur, Temperatur, Bitterkeit und präzise Säure eine enorme Tiefe gewinnen – bis hin zu den signaturhaften Momenten wie „Unsere Handschrift pur“ und dem optionalen Rutz & Imperial Berlin Kaviar.

Wein ist Teil der Rutz-DNA – die Pairings sind stimmig, und die Auswahl wirkt bewusst kuratiert mit klarem Fokus. Gleichzeitig fühlt sich die Karte für ein Drei-Sterne-Haus etwas kompakt an: Wer international „groß“ trinkt oder gereifte Ikonen sucht, vermisst einige Referenznamen und Jahrgangstiefe. Ein etwas stärkerer Keller würde noch mehr dem hohen Niveau der Küche entsprechen und das Erlebnis für sehr weinaffine Gäste spürbar aufwerten.

Vor allem aber glänzt das Haus durch sein Team: herzlich, stets mit einem Lächeln und bemerkenswert versiert darin, auf die unterschiedlichsten Gasttypen einzugehen. Nichts wirkt steif oder übermäßig formell – man fühlt sich vom ersten Moment an wirklich wohl. Gastfreundschaft ist hier, ganz schlicht, Exzellenz in ihrer reinsten Form.